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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

Tsunami – Fukushima

von Emanuel Reinhard und David Heer

Dieser Beitrag untersucht das Krisenmanagement und die Kommunikation während und nach der Reaktorkatastrophe im AKW Fukushima Daiichi im Jahre 2011. Wie funktionierte das Krisenmanagement in Japan, nachdem das Erdbeben einen Tsunami ausgelöst hatte, welcher zur Havarie des AKW führte? Wie agierten die Betreibergesellschaft Tepco und die Regierung Japans? Wie lief die Zusammenarbeit und was hätte man besser machen können? Es soll auch untersucht werden, wie verschiedene Medien reagierten.

Zu diesem Zweck wurden Aussagen von Direktbetroffenen und diverse Medienberichte analysiert. Rund sieben Jahre nach der Tragödie liegen viele neue Erkenntnisse vor, die kurz nach der Katastrophe noch nicht bekannt waren. Diese werden mit den damaligen Schlagzeilen und Aussagen verglichen.

Die Analyse ergab, dass oft Fakten zurückgehalten oder falsch präsentiert worden sind. Der Reputationsschaden für Tepco war immens. Aufgrund ihrer Monopolstellung im japanischen Energiesektor konnte man dieser Firma jedoch wenig anhaben. Wegen des Schadens, welchen die Havarie anrichtete, musste die Firma schlussendlich trotzdem verstaatlicht werden.

Die Folgen des Unglücks werden noch lange zu spüren sein. Auch hat seither weltweit ein Umdenken in der Energiepolitik stattgefunden und ist bis heute spürbar. 

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

Elbphilharmonie

von Jeannette Engel und Sarah Bucher

Ende 2016 wurde in Hamburg die Elbphilharmonie fertiggestellt. Mit sieben Jahren Verspätung und zehnfachen Kosten konnte sie im Januar 2017 endlich eröffnet werden.

Der Bau ist ein typisches Beispiel für ein Grossprojekt, bei dem nicht alles rund lief. Diverse explosionsartige Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen haben während des Baus bei Politikern und in der Bevölkerung für Kopfschütteln gesorgt. Besonders der hohe Anteil der Kosten, die schlussendlich von Steuergeldern bezahlt wurden, hat zu einer negativen medialen Berichterstattung und Protesten bei den Bürgern von Hamburg geführt. Die Auseinandersetzungen und Fehlentscheidungen der Projektbeteiligten sorgten ebenso für Unruhe.Die Medien sind sich einig: Auf der einen Seite ist es «Hamburgs peinlichstes Prestigeobjekt», andererseits aber auch ein «architektonisches Meisterwerk».

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

Flughafen BER

von Adrian Oertle und Patrick Schnider

Dieser Beitrag analysiert die Kommunikation der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) über den Bau des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) am Standort Schönefeld mit der entsprechenden Medienresonanz. Der Fokus liegt auf den Jahren 2015 bis 2018. Es geht dabei um die Kommunikation von Ereignissen und weniger um die genuinen Ereignisse an sich.

Nach einer Chronologie, die als Orientierungshilfe dient, wird aufgezeigt, wie negative Baufortschrittsmitteilungen den Medien kommuniziert wurden und welche Fehler dabei unterlaufen sind. Auffällig ist, dass die FBB immer wieder die nationale Wichtigkeit des Projekts betont. Negative Ereignisse werden vielfach nicht direkt kommuniziert. Da die Thematik BER von den Medien gerne bearbeitet wird, gelangen die entsprechenden Ereignisse trotzdem an die breite Öffentlichkeit. In der Vergangenheit begangene Fehler werden vielfach verniedlicht, obwohl viele der damaligen verantwortlichen Personen dem Projektteam gar nicht mehr angehören. Das trägt nicht zur Förderung der Glaubwürdigkeit der FBB bei.

Anschliessend folgt eine Analyse der Medienlandschaft über die Berichterstattung zum Thema BER. Die FBB berichtet vorwiegend positiv über das Bauprojekt. Die Berliner Morgenpost, ein lokales Medium, informiert sehr ausgewogen. Die Leitmedien Die Zeit (Deutschland) und die Neue Zürcher Zeitung (NZZ; Schweiz) stehen dem BER eher kritisch gegenüber. Am negativsten über das Grossprojekt berichtet die Bild Zeitung. Sie kritisiert nicht nur auf sachlicher Ebene, sondern bezieht sich direkt auf die verantwortlichen Personen.

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

Stuttgart 21

von Remo Graf und Jeremias Burch

Stuttgart 21 (S21) ist ein verkehrs- und städtebauliches Grossprojekt, das seinen Ursprung in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat. Das Vorhaben beinhaltet neben rund 57 Kilometern neuen Bahnstrecken und neun Tunnelanlagen umfangreiche Änderungen von Bahnhöfen und Eisenbahnknoten in und rund um Stuttgart. Durch die Verlegung diverser Teilstrecken in den Untergrund wird etwa ein Quadratkilometer Fläche für die Städteentwicklung frei. Bauherrin ist die Deutsche Bahn (DB).

Bereits in der Planungsphase wurde das Projekt aufgrund unterschiedlicher Machbarkeitsstudien gestoppt. Seit der ersten Bekanntgabe der Pläne entstand öffentlicher Widerstand, der sich immer öfter in Form der sogenannten Montagsdemonstrationen äusserte. Auch die Kosten stiegen seit ersten Angaben im Jahr 1995 von 2,45 Mrd. Euro auf heutige Schätzungen von rund 5 Mrd. Euro an.

Die Auseinandersetzung mit Stuttgart 21 zeigt die hohe Komplexität und die unüberschaubare Anzahl von Interessensträgern, die bei diesem Projekt zusammentreffen. Das Bauprojekt selbst erfordert bereits ein hohes Mass an Koordination und Übersicht. Durch den Unmut in der Bevölkerung und den unbekannten Projektausgang rückte das Krisen- und Kommunikationsmanagement immer mehr ins Zentrum der Ereignisse, und das eigentliche Bauprojekt geriet vermehrt in den Hintergrund. Das Projekt Stuttgart 21 zeigt die Bedeutung des Krisen- und Kommunikationsmanagements bereits in den ersten Phasen eines Projekts. Neben der Vorbereitung auf allfällige Krisen sollte das Krisen- und Kommunikationsmanagement im Extremfall sogar Einfluss auf das Projekt nehmen können. Die Krisen bei Stuttgart 21 fanden ihren Ursprung bereits vor dem eigentlichen Projektstart. 

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

Aufstieg und Fall von Nokia

von Fabian Huber und Renato Bosshard

Dieser Beitrag setzt sich mit der Krise des finnischen Konzerns Nokia auseinander. Was genau ist passiert? Wie konnte es zu dieser Krise kommen und wo hat Nokia wegweisende Fehlentscheide getroffen?

Ein geschichtlicher Abriss soll die Entstehung der Firma Nokia aufzeigen. Parallel dazu wird die Entwicklung des Marktes unter Berücksichtigung der sich stetig verändernden Bedürfnisse der Nutzer und des rasanten Fortschritts der Technik analysiert. Es ist nachvollziehbar, wo die Firma Nokia den Anschluss verpasst hat und wie andere Konzerne wie Apple Marktanteile erringen konnten.Anhand der Schliessung der Handyfabrik in Bochum wird die Krisenkommunikation seitens Nokia an einem emotionsgeladenen Beispiel betrachtet und analysiert.

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

KitKat Palmölskandal

von Kevin Gamma und Roman Gisler

Im März 2010 lancierte Greenpeace eine Kampagne gegen die von Nestlé vertriebenen Schokoriegel KitKat. Die Botschaft der Kampagne lautete: Der Schokoriegel KitKat enthält Palmöl, das unter anderem in Indonesien von der Firma Sinar Mas produziert wird. Zur Gewinnung von Palmöl rodet Sinar Mas trotz internationalen Regelungen und indonesischen Gesetzen riesige Regenwaldflächen ab und zerstört somit die Lebensräume von Orang-Utans und vielen anderen Tierarten. Mithilfe eines Videos wurde die Greenpeace-Kampagne über die sozialen Medien verbreitet. Dies löste in der Folge einen Shitstorm aus, der Nestlé in eine Krise stürzte.

Durch ein Fehlverhalten des Managements manövrierte sich die Firma ins negative Licht der Öffentlichkeit. Das Misstrauen der Konsumenten gegenüber Nestlé stieg in der Folge stark an. Der öffentliche Druck wurde so gross, dass der Konzern versprach, seine Beschaffungsstrategie für Palmöl zu ändern.Diese Studie zeigt auf, wie es zur Krise kam und wie das Management von Nestlé darauf reagiert hat.

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

Schiffbruch der Costa Concordia

von Dario Renggli und Joel Steiger

Dieses Kapitel analysiert die Krisenkommunikation und die Medienberichte zum Unglück der Costa Concordia der Reederei Costa Crociere im Jahre 2012. Grundlage der Untersuchung sind vorwiegend deutsch- und englischsprachige Zeitungsartikel und die offiziellen Statements von Costa Crociere.

Die Analysen haben gezeigt, dass die Sündenbock-Strategie in diesem Fall sehr gut funktioniert hat: Kapitän Schettino stellte durch sein unglückliches Auftreten und die anfänglichen Lügen einen idealen Sündenbock dar.

Die Wahl dieser Strategie so früh nach der Katastrophe, als noch vieles unklar war, war ein riskanter Schritt der Reederei. Er zahlte sich allerdings aus, da er konsequent umgesetzt worden ist.

Bei der Kommunikation unmittelbar nach der Tragödie wirkte Costa Crociere etwas überfordert. Schon bald begann die Reederei aber, aktiv und nicht mehr reaktiv zu kommunizieren. Durch eine offene Kommunikationsstrategie konnte sie Gerüchten vorbeugen und zeigte gegenüber der Öffentlichkeit ihr Interesse an einer umweltschonenden und qualitativ guten Lösung für die Bergung des Schiffes. Finanziell verkraftete die Firma das Unglück besser als zunächst befürchtet. Zwar stellte sich die Bergung und Verschrottung des Kreuzfahrtschiffes als weitaus teurer heraus als angenommen, das Unglück führte jedoch zu keinem signifikanten Einbruch der Passagierzahlen, weshalb das Ganze für die Firma nicht in einer finanziellen Katastrophe endete. Auch die Aktie der an der amerikanischen Börse kotierten Muttergesellschaft Carnival Corporation wurde bereits nach fünf Monaten wieder zum selben Preis gehandelt wie vor dem Unglück.

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

Germanwings Absturz

von Vera Achermann und Raphael Keiser

In diesem Beitrag werden das Vorgehen und die Auswirkungen der Kommunikation und des Krisenmanagements beim Absturz der Germanwings A320 im März 2015 analysiert. Der Fokus liegt auf der Untersuchung des Verhaltens der Fluggesellschaft nach der Tragödie. Einleitend wird das Unternehmen vorgestellt. Im Hauptteil geht es um die Tragödie mit den Folgen und dem Verhalten der Firma nach dem Absturz. Zudem wird die Reaktion der Börse untersucht. Der Beitrag schliesst mit einem Fazit und einer Gesamtbetrachtung.

Dadurch, dass das Unternehmen unmittelbar nach dem Absturz Transparenz gezeigt hat, stand es nie in einem schlechten Licht. Die Medien können in einer Krisensituation Freund oder Feind sein. Reagiert man falsch, indem man zum Beispiel leugnet oder gar nichts sagt, stimuliert dies die Medien für weitere Recherchen oder – im schlimmsten Fall – zur Verbreitung von Vermutungen und Spekulationen. Dabei scheuen sie sich nicht, ein Unternehmen oder eine Einzelperson an den Pranger zu stellen, was meistens negative Langzeitauswirkungen für die Betroffenen hat.

Die Lufthansa mit ihrem Tochterunternehmen Germanwings zeigte sich von Anfang an transparent und hilfsbereit. Das Unternehmen hat Fonds in Millionenbetragshöhe eingerichtet und keinem Mitarbeiter ein Kommunikationsverbot erteilt. Die Analyse dieses Falles zeigt, dass eine möglichst gute Krisenvorbereitung Voraussetzung für korrektes Handeln während einer Krise ist.

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 1 (FS18)

Airbus A400M

von David Stamm und Philipp Wermelinger

Die Europäischen Staaten haben in Zusammenarbeit mit der OCCAR[1] das A400M-Programm ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein militärisches Transportflugzeug, das Airbus entsprechend den Wünschen der Käuferstaaten entwickelt hat. Nach mehreren Verzögerungen und Mehrkosten in Milliardenhöhe sowie dem Absturz einer Testmaschine kämpft Airbus auch noch mit Qualitätsproblemen bei den ausgelieferten Flugzeugen. Die Flugzeugproduktion ist weiterhin im vollen Gange. Allerdings steht ein Grossteil der ausgelieferten Flugzeuge wegen technischer Mängel am Boden.

Der erste Teil dieses Beitrags befasst sich mit dem Verhalten der beteiligten Vertragsparteien und den Zusammenhängen der Krise, wobei der Fokus auf den Qualitätsmängeln zwischen 2015 und 2017 liegt.

Airbus gestaltet die Kommunikation gegenüber den Medien sehr zurückhaltend. Das Unternehmen nimmt ausschliesslich zu Fakten oder Zwischenfällen Stellung. Gegenüber den Käuferstaaten herrscht gemäss internen Aussagen ein konstruktives Klima. Die Probleme werden angegangen und laufend behoben.

Die deutsche Bundeswehr, ein Hauptkunde von Airbus, hält sich ebenfalls bedeckt, denn das Thema A400M ist brisant. Ein Teil der bisherigen Transportflugzeuge wird im Jahr 2021 ausgemustert, womit der Druck auf eine funktionierende Lösung mit dem A400M steigt. Ein entscheidender Grund dafür, dass die Krise nicht zum Aufstand der Öffentlichkeit führt, ist die Tatsache, dass die Bürger von dieser Problematik nicht direkt betroffen sind. Ob sich dies weiterhin so hält, ist ungewiss, denn das Projekt A400M ist noch lange nicht abgeschlossen.


[1]      OCCAR (Organisation Conjointe de Coopération en Matière d’Armement) ist eine europäische Institution zur Beschaffung von Rüstungsgütern.

Quelle: Baeriswyl, O. & Götte, S. (2018). Fallstudien zu Unternehmenskrisen. Band 1. Villars-sur-Glâne: mediata sa. ISBN 978-2-8399-2534-1