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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 2 (FS19)

Glencore: Der Skandal um Mithi

von Ferenc Haraszti und Caterina Schmidlin

Im Juni 2016 verurteilte das sambische Gericht Glencore zu einer Entschädigungszahlung von 40’000 CHF an den Witwer der aufgrund toxischer Abgase verstorbenen Politikerin Beatrice Mithi. Durch das Urteil wurden Missstände in der nahegelegenen Mopani Kupfermine bestätigt. Wie ging Glencore mit dieser Krisensituation um?

Das folgende Fallbeispiel zeigt anhand der Krisenverlaufskarte (Baeriswyl, 2018, S. 46) auf, wie es zum Urteil kam und wie das Management von Glencore und andere Anspruchsgruppen darauf reagiert haben.

Die Analyse zeigt, dass Glencore souverän mit Krisensituationen umgehen kann, und erst reagiert, wenn dies aus unternehmerischer Sicht notwendig ist. Neben dem professionellen Kommunikationsverhalten des Konzerns trägt auch die geringe persönliche Betroffenheit der Bevölkerung dazu bei, dass sich negative Reaktionen gegen Glencore in Grenzen gehalten haben.

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 2 (FS19)

Zinsmanipulation Deutsche Bank

von Dario Degen und Thomas Oberle

Diese Studie untersucht das Krisenmanagement am Beispiel der Zinsmanipulation der Deutschen Bank im Jahre 2016. Sie erklärt die Entwicklung des Fehlverhaltens und erläutert das Verhalten der Bank. Die Massnahmen, die vor, während und nach der Krise getroffen wurden, sind mit Recherchen und eines Experteninnterviews ermittelt worden. So handelt es sich bei den präsentierten Strategien um Rückschlüsse aufgrund von Experteninformationen und Dokumentanalysen. Untersucht werden ebenfalls Aspekte des Risk und des Issues Managements. Die Arbeit schliesst mit Optimierungsvorschlägen unter der Berücksichtigung des Images und der Vertrauenswürdigkeit der Bank.

Grundsätzlich ist das in diesem Fall festgestellte Verhalten exemplarisch für das Bankenwesen und weist keine gravierenden Mängel auf. Aus Sicht der Autoren ist bezüglich Krisenerkennung eine genauere Kontrolle der Entscheidungsbefähigten nötig, da in einer Bank Geschäfte in grösseren Beträgen durchgeführt werden. Diese Kontrolle müsste die Befähigten über mehrere Instanzen hinweg überwachen, um ein frühes Eingreifen möglich zu machen. Durch die Einführung einer Taskforce wäre es möglich, Anliegen mit grossem Risikopotential zu kontrollieren. Der Fall sollte jedoch abschreckende Wirkung auf mögliche Nachahmer haben.

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 2 (FS19)

Ritter Sport «Aromaskandal»

von Chiara Bayard und Sarah Spichtig

Dieser Beitrag geht der Frage nach, welchen Einfluss eigens verfasste Medientexte auf die Publikationen öffentlicher Medien haben. Dabei steht die folgende Frage im Zentrum: Kann ein Firmenblog eine laufende Krisensituation positiv prägen?

Anhand gezielter Fragen an das betroffene Unternehmen und Analysen von zeitgleich veröffentlichten Medientexten wird der Einfluss einer solchen Plattform untersucht.

Eine Interviewauswertung in Zusammenhang mit Medientextanalysen soll zeigen, wie stark sich die Berichterstattung renommierter Zeitschriften von sozialen Medien, wie beispielsweise einem Weblog, beeinflussen lässt.

Die Analyse soll aufzeigen, dass Stellungsnahmen betroffener Firmen in Echtzeit, einen Krisenverlauf nachweislich positiv prägen.

Ein wichtiger Faktor bei der Krisenpolitik eines Unternehmens ist es, über ein Medium für den direkten Austausch mit Kunden zu verfügen. Dieses vermittelt nicht nur Offenheit, sondern auch Transparenz. Dem Unternehmen ist es dadurch möglich, agil und prompt auf allfällige Fragen zu reagieren und Unsicherheiten der Kunden wahrzunehmen.

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 2 (FS19)

ADAC „Gelber Engel“

von Maximilian Vollmann und Toni Stübi

Die ADAC hat im Januar 2014 Zahlen der Preisverleihung «Lieblingsauto des Deutschen» manipuliert. Die Süddeutsche Zeitung hat den Betrug aufgedeckt und ausführlich darüber berichtet. Dies führte den ADAC in einen Erklärungsnotstand.

Im ersten Teil dieser Studie wird der genaue Ablauf des Skandals von der Aufdeckung bis hin zu den Prüfberichten des Wirtschaftsunternehmens «Deloitte» geschildert. Die Analyse hat ergeben, dass der ADAC die Sündenbock-Strategie angewandt haben, was in diesem Fall sehr gut funktioniert hat. Durch die Abschiebung der Schuld hat sich der ADAC vom Kommunikationschef Michael Ramstetter distanziert und diesen als «Einzeltäter» dargestellt. Mit einer Umstrukturierung der Chefetage und einem neuen Reformprogramm wollte die Organisation ihr Image wahren.

Im zweiten Teil des Beitrags wird die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung untersucht und in einer chronologischen Darstellung zusammengefasst. Es hat sich herausgestellt, dass die Süddeutsche Zeitung den grössten Druck auf den Verein ausgeübt hat.

Der ADAC hat den Skandal ohne grössere Schäden überstanden. Die Mitgliederzahlen haben sich nach einem zweijährigen Sinkflug wieder stabilisiert.

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1MDB-Skandal in Singapur

von Benjamin Huber und Jonas Ledermann

Die Medien haben heute einen grossen Einfluss auf unser Weltbild. Praktisch überall auf der Welt sind jederzeit News aus allen Ländern verfügbar. Es ist schwierig, in der enormen Informationsflut den Durchblick zu behalten, welche Nachrichten wahr, welche lückenhaft und welche falsch sind. Ein Paradebeispiel dafür ist der 1MDB-Skandal in Singapur. Najib Razak, der damalige Premierminister von Malaysia, hatte einen Staatsfond (1MDB) gegründet, der die Wirtschaft ankurbeln sollte. Dieser wurde aber von verschiedensten Personen zur privaten Bereicherung missbraucht. Die Medien berichteten über Jahre hinweg über den Fall, der zum Zeitpunkt der Publikation dieses Berichts noch immer nicht abgeschlossen ist.

Diese Studie zeigt auf, wie unterschiedlich verschiedene Medien über denselben Sachverhalt berichten. Aus arbeitsökonomischen Gründen konnten nicht alle Medien unter die Lupe genommen werden; man beschränkte sich auf drei bekannte Zeitungen mit überregionaler Ausstrahlung und einer guten Reputation in Wirtschaftskreisen: Die Neue Zürcher Zeitung (Schweiz), The Wall Street Journal (USA) und The Straits Times (Malaysa).

Die Ergebnisse sind deutlich. Während die Neue Zürcher Zeitung und The Wall Street Journal umfassend Bericht erstatten und ihre Artikel mit Autoren versehen, versucht The Straits Times offensichtlich mit «gescripteten» Interviews den Skandal zu vertuschen. Erst drei Jahre später hat The Straits Times ihrer Leserschaft dieses Fehlverhalten halbherzig zugegeben. Gerade bei der Zeitung aus Singapur erstaunt es nicht, dass so etwas passieren konnte: Die Medien aus Malaysia und Singapur sind unter starker Kontrolle einer gesteuerten Demokratie. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr auf, wie wichtig Pressefreiheit ist.

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Der Cambridge Analytica Skandal

Lukas Stähli

In diesem Beitrag wird der Cambridge-Analytica-Skandal behandelt, der im Sommer 2014 seinen Lauf nahm und sich besonders ab dem Jahr 2018 zu einer medialen Krise entwickelte. Der Fokus dieser Studie liegt auf dem Medienauftritt des Konzerns Facebook und wie dieser in den deutschen Medien dargestellt und kommentiert wurde.

Im Sommer 2014 hatte ein Mitarbeiter der Cambridge-University über einen psychologischen Test auf Facebook Zugang zu Profildaten von über 50 Millionen Facebook-Usern erhalten. Diese wurden widerrechtlich an die Firma Cambridge Analytica verkauft. Diese Daten wurden für den Wahlkampf des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Donald Trump (2016), der Brexit-Abstimmung (2016) und bei den Wahlen in Mexiko (2018) verwendet.

Im Dezember 2016 brachte die Zeitung «The Guardian» den Missstand erstmals an die Öffentlichkeit. Zu einem medialen Skandal entwickelte sich diese Geschichte jedoch erst im Jahre 2018, als ein Whistleblower das Ausmass und die Grössenordnung der entwendeten Daten bekannt machte. Dies war der Startschuss für eine breite Diskussion über die Themata «Datenschutz» und «Beeinflussbarkeit von demokratischen Prozessen durch soziale Netzwerke». Diese zogen für die Firma Facebook rechtliche Auseinandersetzungen in der USA und in Europa nach sich.

Abgesehen von den regulatorischen Folgen halten sind die Konsequenzen für Facebook in Grenzen. So ist die Zahl der täglichen und monatlichen Benutzer (inkl. Instagram, WhatsApp etc.) während und nach der Krise angestiegen und der Umsatz ist auch nicht eingebrochen.

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Pumas zerrissene Nati-T-Shirts

von Cyril Streit und Manuel Kaufmann

An der Euro 2016 sorgte beim Spiel der Schweizer Nationalmannschaft nicht nur das Resultat (0:0) für Aufsehen, sondern auch die Schweizer Shirts vom Ausrüster Puma. Allein während des oben genannten Spiels der ersten Halbzeit zerrissen drei Trikots der Schweizer Nationalmannschaft. Das Problem war nicht neu. Bereits in der EM-Vorbereitung gegen Moldawien, zwei Wochen zuvor, riss ein Dress von Puma an mehreren Stellen.

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten und das Resultat wurde zur Nebensache. Noch während des Spiels verbreitete sich der Hashtag #trikotgate in den Sozialen Medien. Am nächsten Morgen war in sämtlichen Tageszeitungen und Online-Portalen über die zerrissenen Trikots der Schweizer Nationalmannschaft zu lesen.

Ein Tag nach dem Spiel der Schweizer Nationalmannschaft reagierte Puma mit einem öffentlichen Statement. Nach dem Spiel leitete man Untersuchungen ein, um die Ursache zu ermitteln. Daraus hat sich ergeben, dass es eine fehlerhafte Materialcharge gegeben hat, weshalb während der Produktion Garne beschädigt wurden. Dies führte zu einer Schwächung des fertigen Trikotstoffs. Dieses Problem ist auf eine falsche Kontrolle der Hitze, des Drucks und der Produktionszeit im Herstellungsprozess zurückzuführen.

Puma bedauert den Vorfall und entschuldigte sich bei der Schweizer Nationalmannschaft und den Spielern. Durch ein gutes und schnelles Krisenmanagement konnte Puma den Shitstorm schnell abwenden. Die Öffentlichkeit wurde von Puma ehrlich, konsistent und transparent informiert. Dies hatte zur Folge, dass der Shitstorm keine negativen Auswirkungen auf das Image von Puma hatte. Mit diesem Krisenfall hat Puma gezeigt, dass das Unternehmen einen gut funktionierenden Krisenstab hat, der auf solche Ereignisse vorbereitet ist.

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Samsung: Das Spiel mit dem Feuer

von Philip Schmutz und Manuel Kaufmann

Dieser Beitrag widmet sich der Krisensituation, mit der sich der Smartphone Hersteller Samsung aufgrund Sicherheitsrisiken bei einem seiner Produkte konfrontiert sah.

Am 19. August 2016 brachte Samsung ein neues Produkt auf den Markt: Das Samsung Galaxy Note 7. Wenige Tage nach dem Release gab es Meldungen, die von explodierenden Akkus beim Ladevorgang berichteten. Am 2. September rief Samsung schliesslich das Galaxy Note 7 auf Grund der Akkuprobleme weltweit zurück. Die Nutzer konnten ihr Galaxy Note 7 einschicken und ein Ersatzgerät erhalten. Es stellte sich jedoch kurz danach heraus, dass bei Ersatzgeräten derselbe Fehler auftreten kann. Der Fehler bei den Akkus konnte verheerende Folgen haben, weshalb Samsung das Gerät über ein Update sperren liess. Recherchen zeigen, dass die Medien das Problem dramatisierten, was jedoch nur kurzfristige negative Folgen bei dem Smartphonehersteller verursachte. Auch wenn die Kommunikation zu Beginn der Krise eher verhalten war, schaffte es Samsung dank einem Schuldeingeständnis, schwerwiegende Folgen zu verhindern.

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Fallstudien (Abstracts) Publikation Band 2 (FS19)

Absturz der JU 52 am Piz Segnas

von Tobias Waser und Sandro Zihlmann

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Absturz der JU 52 im Jahre 2018 am Piz Segnas und der darauffolgenden Reaktion der Öffentlichkeit und der Behörden. Das Ereignis hat vor allem für die Ju-Air gravierende Auswirkungen. Das Unglück war der ausschlaggebende Treiber, der die Debatte bezüglich der fahrlässigen Wartungsarbeiten an den Maschinen ins Rollen brachte. Seit August 2018 sind mehr und mehr Mängel der Wartungsfirmen einerseits durch Berichte von BAZL und SUST, andererseits durch die Medien öffentlich gemacht worden. Wieso wird der komplizierten und sehr aufwändigen Instandhaltung so wenig Beachtung geschenkt und erst nach einem Unglück detailliert untersucht?

Diese Arbeit analysiert die wichtigsten Mitteilungen der Medien, der Ju-Air und der  UST und zeigt die daraus folgenden Konsequenzen auf.

Auf dem Spiel steht die Reputation der Ju-Air, da die Firma zwar transparent und offen über die Krise kommuniziert hat, jedoch aufgrund der schlampigen Wartungsarbeiten an den Maschinen massiv in der Kritik steht.

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Neigezug legt Bahnhof Luzern lahm

von Aaron Moser und Erich von Matt

Am 22. März 2017 entgleiste am Bahnhof Luzern ein Neigezug des Typs Alstom ETR 610 von Trenitalia. Die Entgleisung des Euro-City 158, der zwischen der Strecke Mailand – Basel verkehrte, verursachte ein Sachschaden in zweistelliger Millionenhöhe. Beim Unfallort unter der Langensandbrücke sind massive Schäden an Fahrleitungen, Gleisanlagen und Kabelkanälen entstanden. Dies brachte den kompletten Bahnbetrieb in Luzern für mehrere Tage zum Erliegen. Lediglich die schmalspurige Zentralbahn in Richtung Ob- und Nidwalden konnte am Folgetag den Betrieb wiederaufnehmen.

Im Jahr 2017 sind in den Bahnhöfen Bern, Basel und Luzern jeweils ein Zug entgleist. An jedem dieser Standorte war derselbe Weichentyp verbaut.

Für diesen Fall werden die Auswirkungen untersucht, die durch den Unfall entstanden sind. Speziell wird auch die Organisation und Kommunikation der SBB im Krisenfall untersucht.

Die Analyse von Beiträgen und Abklärungen mit der SBB führen zum Schluss, dass das Krisenmanagement der SBB solchen Herausforderungen gewachsen ist. Ein Grund für dieses positive Ergebnis liegt sicher darin, dass solche Szenarien geübt werden und das Personal regelmässig geschult wird.