Distancelearning im Oligatorischen Unterricht: Chance oder nicht?

Der Bundesrat hat verkündet, dass voraussichtlich am 11. Mai die Grundschulen wieder öffnen können. Sollte es keine weiteren Bedenken geben, können die Kantone ab diesem Zeitpunkt die Schulen wieder öffnen. Der Kanton Luzern hat bisher noch kein Konzept für die Rückkehr in den normalen Schulbetrieb vorgestellt.

Im Kanton Luzern wurde der Schulbetrieb so angepasst, dass die Schüler einen Teil des Unterrichtes von Zuhause aus erledigen konnten. Dabei wurden verschiedene Formen der Unterrichtsverbreitung gewählt. Für Primarschüler wurden bisher Unterlagen vorbereitet und den Eltern per Mail oder per Post versandt. Für die Kontrolle können die Dokumente auf dem gleichen Weg wieder retourniert werden. Bei den Sekundarstufen kann ein anderer Lernpfad verwendet werden. Mit dem Lehrplan 21, der Verordnung des neuen Stoffrahmenplanes für die obligatorische Schule, ist eine bessere Ausbildung im Bereich Informatik und elektronische Mittel vorgesehen. Dafür werden die Schüler mit einer schulischen E-Mailadresse und einem Zugang zu Microsoftprodukten ausgestattet. Nebst den bekannteren Programmen wie Word, Excel und PowerPoint haben sie zusätzlich Zugriff auf die Programme OneDrive und Teams. Über das OneDrive können Unterlagen elektronisch abgelegt und miteinander ausgetauscht werden. Mit dem Microsoft Teams kann durch den Lehrer eine virtuelle Klasse erstellt werden. In einer solchen Klasse können durch den Lehrer Aufgaben erstellt und überwacht werden. Dabei kann der Schüler die erledigte Aufgabe als Datei direkt in diesem Programm ergänzt werden. Der Lehrer kann die gelöste Aufgabe anschliessend sichten und korrigieren. Zusätzlich kann durch Teams über Videokonferenzen direkt oder über einen Chat indirekt kommuniziert werden.

Sobald der Schulbetrieb wieder einen geordneten und normalen Ablauf einnimmt, kann die Situation genauer untersucht werden. Bisher hat der Schulunterricht mit Präsenzunterricht und Hausaufgaben stattgefunden. Aus dem Heimunterricht haben sich Alternativen für den bisherigen Schulunterricht ergeben.

Die Grosse Chance für den neuen Schulunterricht liegt in den gesammelten Erfahrungen aus dem Heimunterricht. Aus bisherigen Beobachtungen konnte festgestellt werden, dass Schüler der Sekundarstufe genügend selbständig arbeiten können. Eine Integration in den normalen Unterricht wäre denkbar. Dafür müssen aber grundlegende Bedingungen für den Einsatz festgelegt werden. Eine Verwendung in der Primarschule darf nicht in Betracht gezogen werden. In den ersten schulischen Jahren werden grundlegende Werte vermittelt. Zudem sollen Grundkenntnisse gefestigt und vertieft werden. In der Sekundarstufe sind die wichtigsten schulischen Werte vermittelt. Zudem muss dabei beachtet werden, dass durch einen Einsatz keine zwei Klassen Ausbildung entsteht. Doch die Vorteile könnten die aktuellen Risiken überwiegen. Hausaufgaben können elektronisch verteilt und gelöst werden. Zudem können bei Fragen über die Chat Funktion direkt gestellt und beantwortet, oder in der nächsten Unterrichtsstunde eingeplant werden. Unterrichtsthemen mit einem hohen Anteil an Selbststudium könnten zukünftig von Zuhause aus erledigt werden. Dabei kann sich der Schüler nach seinem eigenen Lerntempo richten und bei Fragen direkt die Lehrperson kontaktieren. Für die Schulbehörden könnte sich dies auch positiv erweisen. Wenn der Präsenzunterricht verringert wird, könnte der Lehrermangel eingedämmt werden. So könnten weniger Lehrpersonen die gleiche Anzahl an Klassen abdecken.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der aktuelle Heimunterricht nicht nur schlechte Eigenschaften aufweist. Die Erkenntnisse aus dieser Zeit können übernommen und für einen verbesserten Schulunterricht eingesetzt werden.

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